Städtische Gemeinschaftshauptschule Lüdinghausen

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Donnerstag, 13.07.2017

11.07.2017: „Beurteilt die Menschen nach ihrem Handeln und nicht nach ihrem Glauben oder woher sie kommen.“

Zeitzeugin Johanna Reiss schildert ihr Überleben zur NS-Zeit

 

Die Jüdin und Zeitzeugin Johanna Reiss schildert Schülern ihr Überleben als Zehnjährige während der Nazi-Diktatur, wie ihr mutige Menschen geholfen haben, und warum auch heute jedwede Ausgrenzung der falsche Weg ist.

„Grenzt niemanden aus, ob wegen seiner Hautfarbe, Religion oder Herkunft“ – so könnte die Botschaft lauten, die die Schüler aus ihrer Begegnung mit Johanna Reiss mitnehmen. Im Rahmen ihrer Vortragsreihe im Münsterland war die 84-Jährige aus New York jetzt zu Gast am St.-Antonius-Gymnasium und schilderte 200 Schülern der Hauptschule Lüdinghausen, des Gymnasiums Canisianum und des St.-Antonius-Gymnasiums ihre Geschichte als zehnjährige Jüdin während der NS-Herrschaft.

Johanna Reiss, 1932 in Winterswijk geboren, hat die Geschichte ihrer Rettung in dem Jugendbuch „Und im Fenster der Himmel“ festgehalten, mit dem sich die Schüler aus Lüdinghausen im Vorfeld intensiv auseinander gesetzt hatten. Die Autorin und Zeitzeugin stellte durch ihre Schilderungen über ihr Leben in einem Versteck bei einer Familie aus Usselo nahe Enschede vom November 1942 bis zur Befreiung 1945 ein besonderes Beispiel von Zivilcourage und Menschlichkeit vor, schreibt das Anton in seinem Bericht. Mit ihren engagierten Worten und ihrer warmherzigen Art zog sie das junge Publikum in ihren Bann. Alle Anwesenden lauschten aufmerksam, stand ihnen doch das Gelesene in Wort und Bild konkret vor Augen.

Zu Beginn der Veranstaltung richtete sich Reiss mit einem eindringlichen Appell an die Jugendlichen, indem sie sie dazu aufrief, weltoffen, positiv und kritisch zu sein. „Grenzt niemanden wegen seiner Hautfarbe, Religion oder Herkunft aus und beurteilt die Menschen nach ihrem Handeln und nicht nach ihrem Glauben oder woher sie kommen“.

Zum Erfolg des Besuchs von Reiss in Lüdinghausen trug auch Sixtina Harris aus Borken bei, die während der Veranstaltung die Übersetzung leistete und die Ausführungen von Reiss eindrücklich moderierte, heißt es abschließend.

Quelle: WN vom 12.07.2017, Foto: St. Antonius Gymnasium